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Die Klippa

 

Mystische Erklärung Klippa-Umhüllung

Im urhebräischen und kabbalistischen Kontext besitzt der Begriff Klippa, Mehrzahl Klippoth, die wörtliche Bedeutung von „Schale“, „Rinde“ oder „Umhüllung“.

Die Klippoth umhüllen in der materiellen Welt das göttliche Licht, die Schechina.

Entgegen einer rein negativen Interpretation ist die Klippa eine strukturelle Notwendigkeit, Bauplan von Welt und Mensch, für das Dasein im Diesseits.

Ähnlich wie die Schale einer Nuss oder die Haut einer Frucht dient die Klippa dazu, das Innere – das eigentliche Gute bzw. den göttlichen Funken – zu umhüllen, zu verbergen und dadurch in der materiellen Welt zu bewahren.

Ohne die begrenzende Schale gäbe es keine Abgrenzung, keine Formen und somit keine vielfältige Schöpfung oder individuelles Leben. Jede Schale verhüllt ein Licht, und dient zugleich als Kern für die nächstäußere Hülle (weitere Schalen machen).

Entstehung durch den „Bruch der Gefäße“

In der Kabbala entstanden die Klippoth durch den „Bruch der Gefäße“.

Das göttliche Licht erwies sich als so intensiv, dass die geschaffenen Gefäße (Kelim) es nicht fassen konnten und zerbrachen.

Die dabei entstandenen Scherben sind die Klippoth. In jeder Scherbe ist jedoch ein heilig-göttlicher Funke gefangen geblieben.  Durch die „Vorab- Bestrahlung“ des göttlichen Lichtes.

Als Endpunkt erreichten die Klippoth unsere materielle Welt. Die Scherben bilden somit unsere Welt Assiah.

Jede Klippa besitzt im Urhebräischen 4 Eigenschaften/Schichten in sich (für die Befreiung des Schechina):

  1. äußerer Klippateil: Der Sturmwind (Ruach)

Der Sturmwind steht auf der Seelenebene genau zwischen der leiblichen Seele (Nephesch) und der göttlichen Seele (untere Neschamah).

Wind setzt Raum voraus. Er ist die Botschaft, Mitteilung oder der Impuls, der von einer Welt in die andere getragen wird, wie Engel, die zu Wind werden, wenn Gott sie aussendet.

Die Erschütterung des Bestehenden: Als Sturm ist er jener „mächtiger Windeshauch, der Berge spaltet und Felsen bricht“. Er pocht im menschlichen Körper symbolisch an die Lungenflügel und steht für die aufgewühlte Bewegung der materiellen Welt, die sich erst läutern (Tikkun) muss, um zur „Stimme des feinen Säuselns“ (dem eigentlichen göttlichen Geist) zu werden. Die 1+4 Verbindung.

  1. äußerer Klippateil: Die große Wolke

Die Unsichtbarkeit des Göttlichen

Die Wolke ist das Bild dafür, dass Gott sich bis an die Schwelle der Sichtbarkeit begibt, sich dabei aber gleichzeitig in Unsichtbarkeit verhüllt. Gottes Licht (Schechina) kann vom Menschen in dieser Welt nur wahrgenommen werden, wenn es durch das Medium der Wolke abgemildert wird (Licht von innen heraus).

Die Wolke drückt somit exakt den Zustand des Übergangs und des Aufbruchs aus, wie beim Zug durch die Wüste, wo das Volk aufbrach, sobald die Wolkensäule aufstieg.

Die Wolke verleiht ihm Hülle und Form an der Grenze zur göttlichen Sichtbarkeit.

  1. äußerer Klippateil: Das sich entzündende Feuer

Die zwei Seiten des Feuers:

Untere/Zerstörerische Flamme: Wenn das Feuer rein als verzehrende Macht der materiellen Zeit wirkt, wird es zum verbrennenden Gericht und zur Zerstörung.

Obere/Heilige Flamme: Wenn das Feuer von unten (das Tun des Menschen) mit dem Feuer von oben zusammentrifft, entsteht Läuterung – ein Zustand, in dem die Seele nicht verbrennt, sondern gereinigt wird. Der immer brennende Dornenbusch.

Das Feuer verzehrt das Äußere, damit das innere Licht erstrahlen kann.

Die 4. und innerste Klippa Nogah: Der Glanz, welche die göttliche Gegenwart (Schechina) direkt umgibt und als einzige Lichtfunken enthält.

Die Brücke zwischen Licht und Finsternis

Durch ihre unmittelbare Nähe zur Schechina nimmt die Klippa Nogah eine Sonderstellung ein:

Sie dient als Brücke zwischen der Heiligkeit und den vollständig unreinen Klippoth.
In ihr sind Gut und Böse miteinander vermischt.

Keine reine Finsternis: Wegen der Nähe zur göttlichen Gegenwart ist sie nicht nur Finsternis, sondern enthält heilige Funken aus der guten Emanation (göttliche Auskristallisierungen).

Da in der „Klippa Nogah“ Gutes enthalten ist, kann sie gereinigt, vom Bösen geschieden und zum Ort der Heiligkeit erhoben werden.

Die Gefahr der Klippa

Die Schattenseite der Klippa entsteht dort, wo das Äußere zum Selbstzweck erhoben wird:

Versteinerung & Entfremdung: Wenn der Schein überhandnimmt, „versteinern“ die Schalen; das Wesen wird unzugänglich und hart.

Täuschung: Die Klippoth verführen den Menschen zum vorschnellen Urteil, das rein nach der äußeren Erscheinung und nicht nach dem inneren Geist richtet. Sie schaffen Trennung und Auseinanderbrechen (Vielheit) statt Einheit.

Sitz von Krankheit und Streit: Auf der Bewusstseinsebene repräsentiert die Klippa das Abstoßen, die Ablehnung und das Verharren im Ego. Sogar in einem Streit oder Schimpfwort steckt eine Klippa (die Äußerlichkeit) und ein göttlicher Lichtfunke (der befreit werden möchte).

Die Aufgabe des Menschen im Leben besteht darin, die Klippoth nicht einfach zu vernichten, sondern das Innere vom Äußeren zu scheiden (Umkehr):

Umkehr: Durch Tora, die Gebote, rechtes Bewusstsein und diszipliniertes Handeln schält der Mensch geistig das Äußere ab, scheidet die Klippa aus und befreit den darin verborgenen Funken, um ihn zu seiner göttlichen Quelle zurückzuführen.

Durchlässigkeit: Die Schalen sollen für den Menschen kein undurchdringliches Hindernis sein, sondern leicht und transparent, (weiche Schale), sodass man zwar im Diesseits lebt, das Leben aber stets vom Jenseits her ausrichtet.

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