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Die Welt der Schedim

Er, Du und Ich. Welten und Unterwelten

 

Es heißt, daß Gott in der Welt der Jezira, in der die Begrenzung

erfolgt und die Klippot ihre volle Bedeutung erlangen, sich den

Namen Ata (1-400-5), ,,Du“, gibt.

 

Der Mensch steht Gott also als „,Du“ gegenüber, und damit wird

eigentlich die ganze Welt zum „Du“, zum „Nächsten“. Der Nächste

heißt nun nicht mehr Hu (5-6-1), „,Er“, sondern Ata (1-400-5), ,,Du“,

 

Die Bezichung zum „Er“ könnte noch indifferent genannt werden;

das Du“ jedoch stiftet die persönliche Beziehung: Die harte Kruste

wird weich und nachgiebig. Das „ Du“ weckt das Verlangen zu lieben.

Es trägt die Einswerdung mit dem „Ich“ als Voraussetzung in sich.

 

Der Stamm des Wortes Ata, 1-400, ist sowohl „alles“, die Schöp.

fung als Ganzes, als auch Ot, das Zeichen. Das He am Ende des

männlichen Wortes Ata hält Ausschau nach der Einswerdung. Das

weibliche „,Du“ ist At (1-400). Das Männliche muß einsehen, daß es

der Erlösung bedarf. Denn auch das Männliche steht in der Erwar-

tung, wie eine Frau, und hofft auf die Vereinigung.

 

Ata ist die Aufforderung, die Schalen nicht zu verhärten; es sucht

nach Annäherung, nach Kennenlernen. Die ganze Phase der Jezira ist

ein Suchen Gottes nach Versöhnung. Die Kelim bersten, und die

Klippot mehren und formen sich aus bis ins Unendliche. Und hier

ergeht der Ruf: „Zerbrich die Schale, denn das Ich und das Du sind

da!“

Der Vorgang des Ausbildens von Schalen kann sich verselbstän-

digen, er kann zum alleinigen Genuß des Äußerlichen verleiten. Dann

dient Schale nicht mehr der Bewahrung eines Inhalts, ja, auf den In-

halt kommt es gar nicht mehr an. Das Hervorbringen von Klippot ist

Befriedigung schlechthin.

Und dabei läßt man sogar diese unsere siebente Welt hinter sich

und begibt sich ins Reich der Unterwelten, jener sieben Welten, die,

im Gegensatz zu den sieben anderen, keinerlei Sinn mehr aufweisen.

Dort sind nur noch Klippot, leere Hülsen, dort herrscht nichts als die

Gier nach Äußerlichem, nach Erscheinung.

Der Sinn dieser Erscheinungen liegt lediglich in der Bewegung ihres

Kommens und Gehens. Und der Mensch lebt dort als Zuschauer in

ihrem Bann.

-Diese sieben Unterwelten sind von unzähligen Wesen bevölkert, die

nichts anderes als Sinnlosigkeit verkörpern, ja, die jeden Sinnes

spotten. Man könnte von ihnen sagen, daß sie in ihrem Menschsein

über das Ziel hinausschießen, daß sie an der ihnen gesetzten Bestim:

mung vorbeieilen. Wird doch der Mensch ins Äußerste geschickt, weil

dies der Ort ist, von dem aus er die Einswerdung vollziehen kann.

Wenn er sie dort aber nicht sucht, so wird er zum traurigen „,Spezia-

listen“, der von den Kräften der wuchernden Klippot bis an den Rand

getrieben wird. Er erliegt ihrem Sog und folgt ihnen in ihr Reich,

Statt einzugehen in die Einswerdung des „achten Tages“, verfällt

der Mensch den Welten des Scheins.

Am Ende des sechsten Tages, an dem die Form vollendet ist,

umhüllt Gott die Wesen, die nun noch erscheinen, nicht mehr. Denn

bei ihnen, jenen Wesen des Grenzbereiches, ist die Kraft der Schalen-

bildung so stark ausgeprägt, daß es kein Zurück mehr gäbe. Sie

können nur dann in der Welt wirken, wenn sich ihnen die Umhüllung

eines Menschen zur Verfügung stellt. Sie treten unter anderem als die

Schedim (300-4-10-40) auf, von denen ich früher schon erzählt habe

.

Sie leben in jenem Reich, in dem Einswerdung nicht mehr das Ziel

ist, sie sind bereits darüber hinausgeschossen. Sie leben in einem

Reich, in dem der kommende und gehende Schein das einzige Ziel ist.

Hier erregt allein der Augenblick, nur der momentane Genuß vermag

zu fesseln. Jenseits davon ist Öde, Leere.

 

Hätte Gott auch ihnen noch Umhüllung gegeben, so hätte die ganze

Schöpfung das Ziel verfehlt. Deshalb ist der sechste Tag kürzer, um

zu verhindern, daß diese Wesen auf Erden Wurzeln schlagen. Dieser

sechste Tag ist die absolute Grenze, der Ort des Menschen. Von dort

aus zurückzukehren ist die größte Überraschung, höchster, unerwar-

teter Lohn. Aber diese Wesen sind auf Umhüllung aus, deshalb

suchen sie den Menschen. Sie selbst haben nur eine Schein-Umhül-

lung und sind auf die Ausgestaltung der Schein-Umhüllungen aus.

In dem Maße, in dem Welt einen Sinn hat, sind diese Gegenwelten

sinnlos. Alles in ihnen ist Gaukelei, Un-Sinn. Bis zum Augenblick der

absoluten Einswerdung hören diese Wesen nicht auf, in den Unter-

welten ihr Unwesen zu treiben. Für sie ist die Zeit eine Ewigkeit. Sie

sind ohne Mitleid, denn nur äußerlicher Reiz bewegt sie überhaupt.

Nahrung zum Beispiel ist ihnen Raum und Traum, dämonische Be-

täubung und dämonische Bezauberung. Auch das Schöne wird sinn-

los, denn Farben und Rhythmen sind flüchtig wie der Genuß selbst.

Als passiver Zuschauer lebt man nicht mit. Denn Mitempfinden hiele

ja, dem eigenen Leben noch einen Sinn abzugewinnen.

 

Diese Welt des Rausches kennt keine Gesetzmäßigkeit mehr. Sie ist

die Hölle, weil der Mensch in ihr keine Befriedigung finden kann,

denn sie bestätigt nur die dämonischen Kräfte. Hier ist das tieiste Tal,

die Sohle des Abgrunds. Man verbrennt in der Zeit und vergeht in der

Sinnlosigkeit. Der Qual wird keine Linderung. Und auf das leere

Leben folgt bodenloser Tod.

Wenn das Leben sich ausschließlich in diesen Unterwelten bewegt,

kann es sich mit dem Leben in den anderen Welten nicht in

Verbindung setzen. Es wird um seine große Möglichkeit geprellt und

kann sich so auch nach dem Tod nicht von den Unterwelten lösen.

Der Mensch bestimmt durch seine Anteilnahme und sein Verlangen

nach Wissen und Erkenntnis schon in diesem Leben, welchen Welten

er sich verbindet, und wo er lebt. Nach dem Verblassen seiner

irdischen Erscheinung lebt er dort weiter. Unter Umständen dauert

sein Verhaftetsein an die Unterwelten die volle 40 und die volle 400,

bis daß er an die „, Eins“ gebunden wird, bis für ihn die Einswerdung

aus dem Äußersten heraus vollzogen wird.

Der Mensch findet keine Befriedigung in diesen Unterwelten; ja er

ist dort sogar ausgesprochen unglücklich. Doch wenn sein Wesen ihn

nicht auf andere Dinge hinweist, bleibt er dort wohnen. Wenn der

Mensch sich ausschließlich mit den Dingen der Klippot verbindet,

geht deren Kraft auf ihn über. Die Klippot halten ihn gefangen. Dann

will der Mensch die Welt, in der er lebt, zunichte machen; er will wohl

auch sich selbst vernichten.

Denn alles ist Torheit rings um ihn. Es gibt keine Ernsthaftigkeit in

der Welt der Klippot, sobald diese in die Unterwelten geraten sind.

Man argumentiert widersprüchlich, dumm, man huldigt einer damo-

nisch-komischen Denkweise. Es ist nicht möglich, mit Wesen aus

jenen Welten zu sprechen.

Selbst wenn man all dies weiß, ist doch die Sklaverei des Rausches

stärker. Es wird erzählt, wie die Schedim, die Dämonen, nicht mehr

abzuschütteln sind, wenn sie den Menschen einmal im Griff und seine

Umhüllung einmal besetzt haben. Sie klammern sich an ihm fest und

Nehen ihn an, sich ihnen zu überlassen, damit sie seinen Körper

behalten dürfen. Nur ausnahmsweise bildet ein vom Damon Besesse-

ner das Bild der Raserei. Im allgemeinen gebärden sie sich gesittet

und verträglich. Sie führen sich wie „normale“ Menschen auf,

heiraten, bekommen Kinder und sterben. Das einzige, das sie verrät,

ist der ihnen eigene Hang zu den Dingen des Scheins, mehr noch, ihr

Eifer, diese als unumgänglich notwendig anzupreisen.

Es ist hier nicht der Ort, ausführlicher auf diese Dinge einzugehen,

doch die Bemerkung sei gestattet, daß die ganze, auf zunehmenden

und immer raffinierteren Verbrauch eingestellte Gesellschaft mit ihren

aufdringlichen Reklamen den Konsum als unentbehrlich hinstellt,

und daß die ansteckende Wirkung dieser Moden Anzeichen für eine

Herrschaft von Dämonen sind. Die Politik unterwirft sich ihr ebenso

wie die Kirchen und die Wissenschaften. Alles stellt sich in ihren

Dienst. Man ist versucht zu sagen, die heutige Gesellschaft entspreche

den alten Beschreibungen der sieben Unterwelten recht gut.

 

Der Rausch ist das unverkennbare Zeichen für die dämonische Be-

sessenheit. Wer sich am Studieren oder am Beruf berauscht, ist ein

Gefangener. Sein Denken ist nicht mehr frei und wach. Rausch ist

stets Schein, ist Betrug. Auch die Träume, die man im Bewußtseins-

rausch träumt, sei es im Schlaf oder in wachem Zustand, sind alle

hohl, voll prächtiger Farben und schöner Figuren vielleicht, aber sinn-

entleert. Man schafft, man plant und weiß doch, daß das alles sinnlos

ist. Man ist müde und abgespannt und rennt doch immer weiter:

Unruhe im Sinnlosen, Hin- und Herreisen im Sinnlosen, Wissen,

Anhäufen im Sinnlosen.

 

Die zweite Phase bringt dem Menschen unter großen Gefähr-

dungen die Individualität. Und doch ist sie unentbehrlich für die

Rückkehr zu Gott. Wenn Gott von sich selbst Ich, Ani, sagt, muß

auch der Mensch ,ich“ sagen können. Hier liegt die Wahl zwischen

Gut und Böse: Bescheidenheit, eine zarte Schale, ist das Gute; Feind-

seligkeit, die harte Schale, ist das Böse. Das Böse sorgt für den Fort-

bestand der Welt, das Gute will zurtckkehten, damit der es priase pri

zustandekommt.

„Diese Zwveite Phase berichtet von lizchak (Isaak). Was Abraham in

der Welt des Kerns ist, ist Jizchak in der Welt der Erscheinung.

Abraham ist nicht fähig, das Erscheinen des Wesentlichen in der Welt

überhaupt für möglich zu halten. Für das Unsichtbare, das Verbor.

gene, das auf der rechten Seite steht, ist Abstieg, ist Formwerdung

und gar Rückkehr auf dem Weg über die Formwerdung unausdenk.

bar. Der Mensch ist entsetzt darüber, wie ernst Gott es mit seiner Er.

schaffung meint, indem er ihn der äußersten Konkretisierung aus-

setzt. In dieser Phase durchlebt er das Leben Jizchaks und all jener,

die um Jizchak sind, auch das seines „,Bruders“ Jischmael. Jischmael

ist das Inbild des „,Schalenmachers“. Die zwölf Fürsten, die von

Jischmael abstammen, stecken die Zeit ab. Er ist der Bogenschütze,

der Räuber, der aus dem Hinterhalt auftaucht. Er ist schon im

Menschen, ehe Jizchak bei ihm erscheint.

 

Von links, durch die Mutter Hagar, die Tochter Pharaos, kann der

Mensch aus Mizrajim kommend, indessen durchaus in Erscheinung

treten. Die Kraft des Kerns befruchtet ja die ,,unten“ sich befinden-

den Wasser, und aus dieser Befruchtung geht Leben hervor. Doch der

Kern selbst kann sich als Erscheinendes wiederholen, kann sich in der

Erscheinung spiegeln. Dem entspricht das göttliche Tun am Men-

schen: Der Mensch steht als göttliches Wesen Gott gegenüber.

Wieviel verständlicher wäre es, wenn der Mensch nur Geschöpf

wäre, zwar von Gott ins Leben gerufen, aber von gänzlich anderer Be-

schaffenheit.

Deshalb bittet Abraham Gott, Jischmael als „den Sohn“ gelten zu

lassen. Doch Gott antwortet ihm, ein anderer Sohn werde kommen,

einer, der ihm – Abraham – linken Seite, der Seite der Formwerdung, erscheinen.

gleiche. Dieser Sohn werde auf der linken Seite, der Seite der Formwerdung, erscheinen.

chen einher. Jischmaels Frau

Mit dem Auftreten Jischmaels geht zwangsläufig das Klippot-Machen einher.

 

Jischmaels Frau – das Erscheinende – dient der Awoda

Sara. Im Menschen dauert der Prozeß des Sich- Verschalens während

des ganzen Abwicklungsvorganges des absoluten Begriff 12 an.

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