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Mysterien

Einweihung in die Mysterien

Im Alten Ägypten, in sehr alter Zeit,

lange vor den großen Pyramiden, herrschte im ägyptischen Memphis eine göttliche Dynastie. 

Dort hütete man die alten Weisheiten von Atlantis (der Ursprung).

Die folgende Schilderung einer ägyptischen Mysterien-Einweihung beschreibt in erzählerischer Form,

welchen gefährlichen Prüfungen sich ein Initiant unterziehen musste, 

um in den Kreis der Tempelpriester von Memphis aufgenommen zu werden.

 

Die Vorbereitung

Nur wenigen war gegeben,

in die heiligen Mysterien eingeweiht zu werden.

Zur Vorbereitung hatte der Neophyt bestimmte Meditationsübungen auszuführen,

bis in ihm keine Gedanken mehr aufstiegen 

und er gelernt hatte Gedanken und Gefühle zu beherrschen.

Ohne diese spirituelle Macht erlangt zu haben,

wurde niemand zur Einweihung zugelassen. 

Der Grund: wer seinem Denken, Fühlen und damit

auch seinen Begierden unterläge,

hätte die Mysterien nicht überlebt.

Nach einer dreitägigen Fastenzeit, 

kamen mal Sonnenuntergang zwei Mysteriendiener zum Aspiranten.

Sie führten ihn zum Tor eines verborgenen Heiligtums: der Weihe- Tempel der Isis. 

Dort wurde er aufgefordert in den dunklen Vorraum einzutreten.

Im Schein knisternder Fackeln, sah dort der Neophyt mehrere Bildsäulen. 

Sie zeigten vier Köpfe: den eines Menschen, eines Löwen, eines Stieres und

eines Adlers. 

In Begleitung der beiden Mysteriendiener durchschritt er mehrere,

immer enger und niedriger werdende Räume.

Zuletzt kam er zu einem langen Gang, 

an dessen Ende sich ein bronzener Altar befand. 

Rechts und links davon brannte in zwei großen Schalen Räucherwerk.

Auf  dem Altar saß eine lebensgroße Statue der Göttin Isis, 

die ein verschlossenes Buch auf ihrem Schoß hielt.

Über ihr las man alt-ägyptische Hieroglyphen:

Kein Sterblicher hat je meinen Schleier geliftet!

 

Das Tor in den Einweihungstempel

Unter dem Altar öffneten sich zwei schwere Torflügel. 

Dazwischen sah der Neophyt in der Mauer ein gähnend schwarzes Loch. 

Es war so niedrig, dass man nur kriechend hinein kam.

Dies war die Öffnung zu einem winzigenTunnel, 

der in die Mysteriengänge führte.

Wer nun für die Einweihung bestimmt war, 

dem wurde noch einmal freigestellt sich der Prüfung zu unterziehen. 

Wer zustimmte, dem gab man eine kleine Öllampe in die Hand 

und entzündete sie mit den Worten: 

Hab‘ acht auf deine Lampe und merke dir: 

wissen, wollen, wagen, schweigen – das sind nicht nur die Stufen zur Vollkommenheit, 

sondern auch deine Richtschnur,

die Dich heute bewahren kann! 

Du weißt, dass dieser Weg zur Vollkommenheit führt. 

Du willst ihn gehen  – nun sollst du wagen und darüber schweigen 

– geh nun – geh!

Als der Neophyt nun in das dunkle Loch krauchte, 

warnte ihn einer der Mysteriendiener noch einmal:

Bedenke – noch bist du frei, noch kannst du umkehren.

Bist du aber in den Gang eingetreten, 

so verschließt sich das Tor hinter dir 

und es gibt kein zurück. Dann musst

du den Weg heraus, selber finden. 

Keiner wird dich holen!

Er wagte sich in das schwarze Loch 

und hinter ihm verschlossen sich donnernd die schweren Tore. 

Nun war er eingesperrt in der Finsternis,

mit dem Licht seiner Öllampe, 

kroch er auf Knien durch den finsteren Tunnel.

Plötzlich hörte er Schreie und eine Stimme quoll

aus der Erde hervor:

Hier verderben die Toren, die nach Wissen und Macht gieren.

Furchtbare Angst stieg in ihm auf. 

Beklemmungen wollten sich seiner bemächtigen. 

Doch nur wenn er dagegen ankämpfte und gewahr wurde,

dass wohl auch andere vor ihm diesen finsteren Ort passieren mussten, 

wurde er wieder Herr über seine Ängste.

Der Initiant krabbelte weiter. 

Ihm blieb nichtsanderes übrig,

denn der Weg zurück war versperrt. 

Der Gang wurde immer schmaler und schließlich blieb er stecken, 

wie in einem engen Rohr. 

Inneres Grauen und Todesangst wühlten ihn auf. 

Es kam ihm vor, als befände er sich in einem fürchterlichen Sarg

und wollte am liebsten Schreien.

 

Ein tiefer schwarzer Abgrund.

Sein Herz raste, sprengte fast seine Brust. 

Er knirschte mit den Zähnen.

Wie eine Schlange versuchte er sich durch

die immer enger werdende Röhre zu pressen. 

Schließlich atmete er auf – der Gang erweiterte sich. 

Irgendwann konnte er sich aufrichten.

Der Gang senkte sich in immer schärferem Abhang. 

Auf einmal tat sich vor seinen Füßen ein Abgrund auf, 

der den Gang in voller Breite durchschnitt. 

Weder nach links noch nach rechts konnte er ausweichen. 

In dieser trichterförmigen Grube sah er eine eiserne Leiter. 

Als er darauf die letzte Sprosse hinabstieg, 

sah sein verstörter Blick nur den fürchterlichen Abgrund. 

In der Tiefe reflektierte eine Wasserfläche das Licht seiner Lampe. 

Er zauderte, doch es blieb ihm nichts anderes übrig als dort hineinzuspringen.

Noch einmal hob er seine Öllampe und spähte umher, 

ob es nicht vielleicht doch einen Ausweg gäbe. 

Nur finstere Leere verlor sich im toten Fels der Wände. 

Am liebsten wäre er umgekehrt,

hätte an das schwere Tor geschlagen 

und um Hilfe geschrien. 

Doch er wusste auch, dass die Priester den großen Tempel längst verlassen haben. 

Niemand hätte sein Schreien gehört. Was nun? 

Rückkehr war unmöglich. Und dann?

Wollte er nicht ein Eingeweihter werden,

einer der weis und der sehen kann?

Ja, er wollte es um jeden Preis!

 

Anscheinende Ausweglosigkeit

»Es muss hier einen Ausweg geben«, sprach er zu sich. 

Doch auch als er erneut umherspähte,

konnte ihm der unsichere Schein seiner Lampe keinen Ausweg zeigen.

Überall fielen die schwarzen Felswände zum Wasser hinab. 

Sein rechter Arm ermüdete 

und er wechselte die Lampe in seine linke Hand, wechselte erneut.

Auf einmal erblickte er einen Spalt zu seiner Linken.

Sich mit einer Hand an die Leiter klammernd, 

in der anderen Hand die Lampe vorgestreckt, sah er Stufen. Eine Treppe! 

Er war gerettet.

Die Spalte war groß genug um seine Hand hinein zu stecken. 

Auch wenn er fast in den tiefen Abgrund fallen könnte, 

musste er es wagen.

Zwischen den Zähnen hielt er den kleinen Henkel der Öllampe 

und griff mit den Händen in die Felsspalte. 

Er fand einen Felsvorsprung,

schwang sich daran hoch, 

glitt dabei aber aus,

und fiel rückwärts in das Wasser unter ihm.

Zischend erlosch seine Lampe im kalten Wasser.

Nun umgab ihn dunkle Nacht – finster und grausam – 

und er stand bis zu den Achselhöhlen im Wasser. Doch er stand!

Zitternd suchte er nach jener Spalte in der Wand, 

doch fand sie nicht, 

denn im Fallen hatte er die Richtung verloren.

Schließlich fand er einen Spalt an dem er sich emporziehen konnte und stieg auf. 

Seine Kräfte ließen allmählich nach. 

Angstschweiß bedeckte ihn.

Doch da:

seine Hand ergriff plötzlich ein hervorstehendes, gebogenes Eisen,

woran er sich an den Rand des Abgrunds emporzog.

Langsam betastete er mit den Füßen den Boden,

ehe er einen Schritt machte. 

Der Boden war eben. Er ging weiter.

 

Licht am Ende des Tunnels

Mehrmals machte der Gang Biegungen,

 zuletzt aber sah er in der Ferne einen Schimmer. 

Wie zu neuem Leben erweckt lief er darauf zu. 

Lief immer weiter. 

Er gelangte schließlich zu einem in den Fels gehauenen, viereckigen Raum, 

der an zwei Wänden Öffnungen hatte. 

Durch die eine Öffnung kam er herein, 

in der anderen loderte

ein gewaltiges Feuer. 

Da sollte er durch? 

Es war der einzige Ausgang – es gab kein Zurück.

Als er hier durchlief blieb er erstaunt stehen.

Das glühende Feuer war eine geschickte Spiegelwirkung, 

die er zuerst für echt hielt. 

In diesem Moment umwehte ihn ein kühler Lufthauch.

Nun kam er in einen Raum der mit Teppichen belegt 

und von einer Öllampe an der Decke beleuchtet war.

Da kam ein Diener in den Raum, 

gab ihm trockene Kleider 

und salbte ihn mit duftenden Ölen. 

Man gab ihm zu essen. 

Er genoss seine Speise, hatte er doch drei Tage gefastet. 

Danach legte er sich auf ein großes Kissen um etwas zu ruhen.

 

Die schöne Nackte

Hinter einem Vorhang sah er mit halb geöffneten Augen eine Frau, 

die von dort in den Raum hervor trat. 

Sie war sehr schön und ihr nackter Körper nur in einen durchsichtigen Purpurmantel gehüllt.

Der junge Novize starrte die wunderbare Erscheinung an. 

Sie lächelte und sprach:

Du hast gesiegt oh Schöner! 

Empfange den Lohn den du verdienst. 

Siehe, ich habe dir Wein eingeschenkt. 

Mein warmer Körper verlangt nach dir.

Wer den Kelch austrank 

und sich in Liebe mit der Schönen auf dem Boden wälzte, 

der fiel hernach in tiefen Schlummer. 

Zwar hatte er die Prüfungen bestanden, 

doch nicht diese letzte. 

Er blieb der Sklave seine Triebe 

und unfähig das Priesteramt zu bekleiden. 

 

Doch er versagte sich den sinnlichen Genuss.

Wer dieser Versuchung widerstand, 

der wurde von 12 Mysteriendienern zum Heiligtum der Isis geführt.

 

Ein in Purpur gekleideten Priester empfing dort den Ankömmling.

Unter furchtbarsten Androhungen legte er hier das Gelübde des Schweigens ab.

Jetzt begrüßte man ihn als Mitbruder der Eingeweihten.

Er hatte vom Tod gekostet, 

sich der Lust versagt. 

Was er in diesem Einweihungsritus erfuhr,

blieb unbeschreiblich.

 

So kam das Gelübde der Verschwiegenheit zu seiner Bedeutung. 

Seit jeher wird es in den Einweihungen in die Mysterien,

unter Androhung der Todesstrafe, eingefordert.

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